Leukämie – Ursachen, Symptome und Behandlung in der Übersicht
Schweizweit erkranken jährlich etwa 1'300 Menschen an Blutkrebs (Leukämie), das sind nur etwa 3% der Krebsfälle. Nicht nur akute Krankheitsverläufe und lange Behandlungswege machen es den Patienten:innen schwer. Trotzdem gibt es Hoffnung dank verschiedener Forschungsinitiativen und einer fortschrittlichen Immuntherapie.

Häufig tritt die chronische Form der Leukämie bei Erwachsenen über 70 Jahren auf. Männer sind etwas öfter betroffen als Frauen. Viel seltener sind es akute Formen bei Kindern. Blutkrebs entsteht durch genetische Veränderung von blutbildenden Stammzellen im Knochenmark. Es ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems mit Symptomen, die oft nicht einfach einzuordnen sind.
Als weitere Ursachen werden unter anderem Umweltgifte und Chemikalien (Lösungsmittel wie Benzol), Chemo- oder Strahlentherapie genannt. Wobei medizinische Strahlendosen selten die Ursache sind.
Anzeichen für Leukämie sind etwa starke Müdigkeit, Leistungsschwäche und Blässe (Anämie). Auf dem Blutbild sind Infekte zu erkennen, begleitet durch Symptome wie Fieber, Nachtschweiss, Zahnfleischblutungen, blaue Flecken (Thromozytopenie), Schmerzen im Oberbauch und bei Kindern teils Knochenschmerzen.
Leukämie wird oft zufällig im Bluttest entdeckt. Etwa bei Routineuntersuchungen, Abklärungen wegen Infekten oder Check-ups vor Operationen. So findet man Auffälligkeiten im Blutbild: Zu wenige rote Blutkörperchen (Anämie), zu hohe oder niedrige Werte bei Leukozyten oder nur wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie). Die Diagnose bei der akuten Form hingegen erfolgt normalerweise als medizinischer Notfall im Spital.
Auch wenn es den Patient:innen gelingt, die Krankheit zu besiegen, bleiben manchmal Nachfolgen bestehen, zum Beispiel:
- Gedächtnisprobleme
- Herzschäden
- Erhöhte Infektanfälligkeit
Therapien werden individuell gewählt und basieren auf diesen Möglichkeiten:
- Chemotherapie: Hat mehr Nebenwirkungen. Eine Therapieform, die unspezifisch auf alle schnell wachsenden Zellen wirkt.
- Zielgerichtete Therapie: Die Therapieform greift nur bestimmte molekulare Veränderungen an. Sie ist so besser verträglich.
- Immuntherapien (u.a. CAR-T): Künstlich hergestellte Antikörper binden sich gezielt an die Leukämiezellen. Mit dieser Form wird das Immunsystem gezielt aktiviert.
- Transplantation von Blutstammzellen: Hier wird das blutbildende System durch ein gesundes ersetzt. Der Körper wird vorerst durch Chemo- (pharmazeutischer Wirkstoff) oder Strahlentherapie von Tumorzellen befreit. Neue gesunde Zellen werden, wie eine Bluttransfusion, infundiert. Die Stammzellen wandern selbstständig ins Knochenmark und wachsen dort an.
- Strahlentherapie: Nur in speziellen Situationen, beispielsweise als Vorbereitung oder bei Komplikationen wird vorab durch Bestrahlung das erkrankte Knochenmark zerstört.
In den vergangenen Jahren wurde in der Leukämiebehandlung grosse Fortschritte gemacht. Seit Oktober 2018 hat die Schweizer Zulassungsbehörde (Swissmedic) die CAR-T-Zelltherapie in der Schweiz zugelassen. Heute können auch verschiedene Unterarten unterschieden werden. Die Behandlung wird individuell auf die Form abgestimmt. Immuntherapie oder zielgerichtete Therapien werden mit Chemotherapie kombiniert – früher wurden vorwiegend Chemotherapien eingesetzt.
Mit den neuen Behandlungsmöglichkeiten sind manche Leukämieformen heilbar.
- Die akute lymphatische Leukämie (ALL) hat bei Kindern eine hohe Heilungsrate (gpoh.de: 80-90%). Bei Erwachsenen ist die Heilungsrate abhängig von verschiedenen Faktoren (Onkopedia.com: 40-70%).
- Die Prognose bei der akuten myelonischen Leukämie (AML) ist altersabhängig (. Sie hat nur bei jüngeren Patient:innen eine Heilungsrate von (Sciencedirect.com: 40-60%). Bei älteren Patient:innen ist die Heilungsrate deutlich geringer (Sciencedirect.com: etwa 25%).
- Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist am besten behandelbar. Die Form APL hat heute eine hohe Heilungsrate (gpoh.de: 80-90%).
Schulmedizinische Therapien stehen bei der Leukämiebehandlung im Zentrum. Zusätzlich werden weitere Therapien einbezogen.
Supportive Therapie:
- Infektmanagement: Fieber-Notfallbehandlungen, Impf- & Prophylaxe-Management
- Behandlung von Nebenwirkungen: Umgang von Übelkeit, Schmerz und Schleimhautentzündungen
- Mitbetreuung von Begleiterkrankungen: Medikation, Ernährung, Schlaf, psychische Belastung
Komplementär- und Alternativmedizin:
- Bewegung oder Physiotherapie
- Techniken der Achtsamkeit und Entspannung (Massage, Musiktherapie, und weitere)
- Akkupunktur (gegen Übelkeit und Schmerzen)
- Ernährungsberatung (Mangelernährung, Appetit)
Wichtige Anlaufstellen und Spitäler sind die Krebsliga Schweiz und das Universitätsspital Zürich. Besonders das Inselspital Bern ist eines der führenden CAR-T-Therapiezentren der Schweiz.


