Wie Kartoffeln das Diabetesrisiko erhöhen

Kartoffeln auf Platz eins? Das richtet sich nach der Art der Zubereitung, betonen Forschende – zumindest mit Blick auf das Diabetesrisiko. Vor allem ein hoher Pommes-frites-Verzehr steht bei ihnen in der Kritik.

Ricarda Hoppe

03. März 2026

Nahaufnahme eines älteren Mannes mit weißem Bart, der eine Pommes frites an den Mund führt und sie gleich essen will. Er trägt ein hellblaues Hemd und lächelt leicht.
Pommes frites erhöhen das Risiko für Typ-2-Diabetes – gekochte oder gebackene Kartoffeln dagegen nicht. (Symbolbild: Adobe Stock)

Kartoffeln sind vielseitig – doch nicht jede Zubereitungsart wirkt sich gleich auf das Risiko für Diabetes aus. Darauf weist eine Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health hin. Die Forschenden sehen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Pommes frites und einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes. Für gebackene, gekochte oder gestampfte Kartoffeln fanden sie hingegen keinen Hinweis auf ein gesteigertes Diabetesrisiko.

Für die Untersuchung wertete das Team über Jahrzehnte hinweg die Ernährungsgewohnheiten von 205.000 Erwachsenen aus. Die Teilnehmenden füllten rund 30 Jahre lang regelmäßig Fragebögen zu ihrem Speiseplan aus und gaben an, wie sich ihre Gesundheit im Zeitverlauf entwickelte. Im Studienzeitraum erkrankten 22.299 Personen an Typ-2-Diabetes.

Laut Studie erhöhen drei Portionen Pommes frites pro Woche das Risiko für Typ-2-Diabetes um 20 Prozent. Für gebackene, gekochte oder gestampfte Kartoffeln liess sich kein signifikanter Zusammenhang feststellen. Zudem zeigte sich ein möglicher Schutzfaktor: Wer gebackene, gekochte oder gestampfte Kartoffeln durch Vollkornprodukte wie Vollkornnudeln oder Vollkornbrot ersetzt, senkt sein Risiko um vier Prozent. Und wer Pommes durch solche Vollkornlebensmittel austauscht, reduziert das Risiko den Ergebnissen zufolge sogar um 19 Prozent.

«Die Botschaft für die öffentliche Gesundheit ist hier einfach und aussagekräftig: Kleine Änderungen in unserer täglichen Ernährung können einen wichtigen Einfluss auf das Risiko für Typ-2-Diabetes haben», sagte Mitautor Walter Willett, Professor für Epidemiologie und Ernährung, laut einer Medienmitteilung. «Der Verzicht auf Kartoffeln – insbesondere auf Pommes frites – und die Wahl gesunder Vollkornprodukte als Kohlenhydratquelle könnten dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes in der Bevölkerung zu senken.» Die Ergebnisse seien auch für politische Entscheidungsträger wichtig, sagte Willett. «Nicht alle Kohlenhydrate – oder sogar alle Kartoffeln – sind gleich, und diese Unterscheidung ist zentral, wenn es darum geht, wirksame Ernährungsrichtlinien zu entwickeln.»